Karl May Museum, Radebeul, 15. August 2002:
Dietmar Kuegler
sprach über
die Schlacht am Little Big Horn
Sonderausstellung über diesen größten Sieg der Plainsindianer nur noch bis zum Ende des Jahres!

Trotz der Hochwasserkatastrophe in Sachsen, die den lange geplanten Vortrag des international bekannten Verlegers und Publizisten beinahe verhindert hätte, erreichte Dietmar Kuegler am 15. August über den noch „trockenen Bahnhof Dresden-Neustadt in das idyllische Radebeul.

Seit 2001 läuft hier im KARL MAY MUSEUM, einem der bedeutendsten Indianermuseen im deutsch-
sprachigen Raum, mit großem Erfolg eine Sonderausstellung über die Schlacht am Little Big Horn, den größten Sieg, den Plainsindianer jemals über eine Einheit der regulären US-Armee errungen haben. (Diese Ausstellung ist eine verdienstvolle Leistung des dynamischen Direktors René Wagner.)

Dietmar Kuegler hat sich seit über 30 Jahren immer wieder mit dieser Thematik beschäftigt, zuletzt in seinem europaweit beachteten Grundsatzartikel „Little Big Horn - ein amerikanischer Mythos in der österreichischen Militärzeitschrift „PALLASCH (2002/Nr. 12). Er ist im Laufe der letzten 10 Jahre sechsmal am Little Big Horn und dreimal in Fort Abraham Lincoln gewesen, um an Ort und Stelle zu recherchieren und sich in Gesprächen mit Nationalpark-Rangers und amerikanischen Historikern Eindrücke zu verschaffen und den letzten Stand der Forschungen zu erfahren.
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Trotz der widrigen äußeren Umstände füllten um die 60 Zuhörer den kleinen Veranstaltungsraum des wunderschönen Blockhaus- Museums („Villa Bärenfett) bis auf den letzten Platz. Kuegler nannte die Schlacht nicht nur einen Mythos, sondern auch „ein amerikanisches Trauma. In seinem über einstündigen Vortrag wies er auf wenig beachtete Hintergründe des Ereignisses und der Indianerkriege insgesamt hin, referierte über die amerikanische Indianerpolitik, stellte sie in einen Kontext mit der Kolonialpolitik der führenden Weltmächte im 19. Jh. und lieferte Begründungen für die Vorgänge zwischen 1866 und 1890 -die Hauptperiode der Indianerkriege.
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Er schilderte plastisch die Lebensverhältnisse in der US-Armee - immer bezogen auf die 7. US-Kavallerie - und den sozialen Status des Militärs in den USA im 19. Jh., unterstützt von Fotos aus alten Militärposten, die er selbst besucht hat. Er gab Einblick in die Stellung der Offiziere, skizzierte die führenden Personen - Custer, Reno, Benteen - und erläuterte eingehend die grundsätzlichen strategischen und taktischen Überlegungen der führenden US-Militärs in dieser Zeit, die letztlich zu Custers Entscheidungen beim Angriff auf das Indianerlager am Little Big Horn führten.

Dem stellte er den indianischen Militärkomplex gegenüber, repräsentiert durch die Kriegerbünde der Plainsvölker, die indianischen Kriegstaktiken und die Stellung der Häuptlinge. Dezidiert widersprach er der These vieler amerikanischer Historiker, der Erfolg der Indianer am Little Big Horn sei „Zufall gewesen. „Sehen Sie Indianer nicht als naive Naturkinder, betonte er, „sondern als Menschen mit politischer und miltärischer Intelligenz, die lediglich auf anderen kulturellen Grundlagen fußten. Seine Ausführungen wurden mit langanhaltendem, starkem Beifall belohnt. Dietmar Kuegler beantwortete dann eine Reihe von speziellen Fragen aus dem Publikum und war im Anschluß noch umlagert von Besuchern.
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